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Echte und falsche Internetseiten unterscheiden: die Adresszeile lesen
Am Ende dieser Anleitung lesen Sie eine Internetadresse so, wie man eine Anschrift liest — und erkennen in zwei Sekunden, ob eine Seite wirklich Ihrer Bank gehört oder nur so aussieht.
Warum das Aussehen nichts beweist
Eine Internetseite nachzubauen ist keine Kunst. Farben, Schrift und Logo lassen sich in wenigen Minuten kopieren — sie sind ja öffentlich sichtbar. Wer eine Bankseite nachbaut, bekommt sie zum Verwechseln ähnlich hin.
Was sich nicht kopieren lässt, ist die Adresse. Sie kann nur einmal vergeben werden, und der Betrüger bekommt sie nicht. Er muss also eine ähnliche nehmen. Genau dort liegt die Stelle, an der jede nachgemachte Seite auffliegt. Welche Nachrichten Sie auf solche Seiten locken sollen, zeigt Betrug per Nachricht erkennen.

Schritt für Schritt
Schritt 1: Die Adresszeile finden
Die Adresszeile ist das lange, schmale Feld ganz oben im Browserfenster. Dort steht die Adresse der Seite, die Sie gerade sehen.
Sie steht dort immer. Auch dann, wenn die Seite selbst behauptet, sie sei Ihre Bank.
Schritt 2: Den ersten einzelnen Schrägstrich suchen
Eine Adresse liest man von hinten nach vorn, ähnlich wie eine Anschrift: erst das Land, dann die Stadt, dann die Straße.
Suchen Sie den ersten einzelnen Schrägstrich — nicht die beiden am Anfang hinter
https://, die gehören zur Technik.Alles nach diesem Schrägstrich sind nur Zimmer im selben Haus. Alles davor entscheidet.
Schritt 3: Die letzten beiden Teile lesen
Gehen Sie vom Schrägstrich nach links und lesen Sie die letzten beiden Teile, die durch einen Punkt getrennt sind. Das ist der wahre Eigentümer der Seite.
Ein Beispiel mit einer erfundenen Bank:
www.nordbank.de/konto/uebersichtDie letzten beiden Teile vor dem Schrägstrich sind
nordbankundde. Die Seite gehört der Bank.Und jetzt der Trick, den Betrüger benutzen:
www.nordbank.de.sicherheit-pruefung.net/anmeldenAuf den ersten Blick steht dort „nordbank.de". Tatsächlich sind die letzten beiden Teile aber
sicherheit-pruefungundnet. Die Seite gehört jemand anderem. Das „nordbank.de" davor ist nur ein Namensschild, das jeder anschrauben darf.
Bild 2: Die letzten beiden Teile vor dem ersten Schrägstrich entscheiden — hier ist es nicht die Bank. Schritt 4: Bei einem Link zeigen statt klicken
Ein Link ist ein Stück Text, hinter dem eine Adresse liegt. Der sichtbare Text und die dahinterliegende Adresse haben nichts miteinander zu tun — im Text kann „Ihre Bank" stehen und dahinter liegt irgendetwas.
Fahren Sie mit dem Mauszeiger über den Link, ohne zu klicken. Unten links im Fenster erscheint die wahre Zieladresse, solange Sie darauf zeigen. Lesen Sie sie nach der Regel aus Schritt 3.
Das ist der wichtigste Handgriff am Bildschirm. Er dauert zwei Sekunden und deckt die meisten nachgebauten Seiten auf, bevor irgendetwas geschieht.

Bild 3: Zeigen statt klicken — links unten steht, wohin es wirklich geht. Schritt 5: Das Schloss richtig verstehen
Links in der Adresszeile sitzt ein kleines Schloss; in neueren Browsern ist es ein kleines Reglerzeichen.
Beide bedeuten dasselbe: unbelauscht, nicht echt. Niemand kann unterwegs mitlesen — aber über den Eigentümer der Seite sagt das Zeichen nichts.
Nachgemachte Seiten haben heute fast immer ein Schloss. Es ist kostenlos zu bekommen. Wer sich auf das Schloss verlässt, prüft das Falsche.

Bild 4: Schloss vorhanden, Name falsch. Das Schloss allein beweist nichts. Schritt 6: Ein Lesezeichen anlegen — die Gewohnheit, die alles erledigt
Die Regel aus Schritt 3 ist gut. Noch besser ist es, sie gar nicht zu brauchen.
Rufen Sie Bank, Postfach und Behörden immer über ein eigenes Lesezeichen auf. Nie über einen Link in einer Nachricht. Nie über die Suchmaschine — auch dort stehen bezahlte Anzeigen ganz oben, und dort kann eine falsche Seite stehen.
So legen Sie eines an, in „Google Chrome":
- Rufen Sie die Seite einmal richtig auf und melden Sie sich an.
- Klicken Sie rechts in der Adresszeile auf den kleinen Stern.
- Geben Sie dem Eintrag einen kurzen Namen, etwa „Bank".
- Bestätigen Sie.
Ab jetzt genügt ein Klick auf den Eintrag in der Lesezeichenleiste. Sie können sich dann sicher sein, wo Sie landen, denn Sie haben den Weg selbst gelegt.

Bild 5: Ein Klick auf den Stern, ein Name, fertig. Schritt 7: Üben Sie es einmal ohne Ernstfall
Rufen Sie jetzt, ohne dass etwas passiert ist, die Seite Ihrer Bank auf. Lesen Sie die Adresszeile nach der Regel. Legen Sie ein Lesezeichen an.
Fünf Minuten, einmal im Leben. Danach ist es eine Gewohnheit, und Gewohnheiten funktionieren auch dann noch, wenn man erschrocken ist. Genau darum geht es. Weitere Anleitungen zum Thema finden Sie unter Sicher bleiben.
Häufige Fehler
„Ich habe auf den Bindestrich geachtet."
Bindestriche sind kein Zeichen. Es gibt viele seriöse Seiten mit Bindestrich und viele nachgemachte ohne. Nur die letzten beiden Teile zählen.
„Die Adresse war so lang, ich habe aufgehört zu lesen."
Genau darauf zielt die lange Adresse. Lesen Sie nicht von vorne. Suchen Sie den ersten Schrägstrich und lesen Sie von dort nach links — dann sind es zwei Wörter.
„Ich habe die Bank gegoogelt und den ersten Treffer genommen."
Über den echten Treffern stehen Anzeigen, gekennzeichnet mit einem kleinen Wort. Diese Plätze kann jeder kaufen, auch jemand mit einer nachgebauten Seite. Für Bank, Postfach und Behörde ist die Suchmaschine der falsche Weg — dafür ist das Lesezeichen da.
„Auf dem Telefon sehe ich die Adresse gar nicht richtig."
Stimmt, und das ist einer der Gründe, warum dieses Angebot alles am Computer zeigt. Am großen Bildschirm sehen Sie die vollständige Adresse, den ganzen Absender und das Kleingedruckte. Auf einem kleinen Bildschirm ist beides abgeschnitten.
Wenn Sie doch etwas eingegeben haben
War es ein Passwort: sofort ändern — über Ihr Lesezeichen, nicht über die Seite aus der Nachricht. Ein neues, merkbares Passwort finden Sie mit dem Drei-Wörter-Verfahren. Haben Sie dasselbe Passwort woanders benutzt, dort ebenfalls ändern: zuerst beim Postfach, dann bei der Bank.
Waren es Kartendaten: Bank anrufen und die Karte sperren lassen. Zusätzlich hilft der Sperr-Notruf 116 116, rund um die Uhr, aus dem deutschen Festnetz kostenfrei — er erreicht allerdings nur die teilnehmenden Herausgeber, die eigene Bank rufen Sie in jedem Fall selbst an.
War es eine Bestätigungsnummer: sofort die Bank anrufen. Diese Nummer war eine Unterschrift, es kann bereits ein Auftrag laufen.
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Zum BuchHäufige Fragen
- Bedeutet das Schloss in der Adresszeile, dass die Seite echt ist?
- Nein. Das Schloss bedeutet nur, dass die Verbindung unbelauscht ist — niemand kann unterwegs mitlesen. Es sagt nichts darüber, wem die Seite gehört. Auch nachgemachte Seiten haben heute fast immer ein Schloss. In neueren Browsern steht dort statt des Schlosses ein kleines Reglerzeichen; die Bedeutung ist dieselbe.
- Was ist ein Lesezeichen und warum ist es so wichtig?
- Ein Lesezeichen ist ein im Browser gemerkter Eintrag, über den Sie eine Seite immer gleich erreichen. Es ist der einzige Weg, bei dem Sie sicher sein können, wo Sie landen — denn Sie haben ihn selbst angelegt. Ein Link in einer Nachricht kann überallhin führen.
- Was ist, wenn die Adresse sehr lang ist?
- Länge ist kein Zeichen. Entscheidend sind nur die letzten beiden Namensteile vor dem ersten einzelnen Schrägstrich. Alles davor kann jeder erfinden, alles danach sind nur Unterseiten.
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